Hauptversammlung auf dem Weingut Diederik
Die bei Sonnenschein und warmen, frühsommerlichen Temperaturen abgehaltene Hauptversammlung auf dem Weingut Diederik stand im Zeichen der bevorstehenden Gemeindeversammlung vom 22. Juni 2026, an der sechs Geschäfte traktandiert sind.
Jahresrechnungen
Sowohl die von Finanzvorsteherin Pia Guggenbühl vorgestellte Jahresrechnung der Gemeinde Küsnacht, als auch die Jahresrechnungen der Netzanstalt Küsnacht und der Gesundheitsnetz Küsnacht AG wurden von den anwesenden Parteimitgliedern ohne grössere Diskussionen angenommen.
Teilrevision Nutzungsplanung
Mehr Zeit wurde der vom Vorsteher Hochbau und Planung, Gauthier Rüegg, vorgestellen umfangreichen Teilrevision der Nutzungsplanung (Bau- und Zonenordnung) gewidmet. Während die Schutzwürdigkeit grosser Bäume annerkant wird, lehnt die FDP weitergehende Verschärfungen und damit stärkere Eingriffe ins Grundeingentum ab. Entsprechende Anträge wird sie an der Gemeindeversammlung nicht unterstützen. Intensiver diskutiert wurde die als Teil der BZO-Revision geplante Mehrwertabgabe von 40%. Während einige wenige Parteimitglieder die Höhe kritisierten, überwog am Ende die Einsicht, dass die Mehrwertabgabe ein pragmatisches Instrument ist, um einerseits Ausgaben der Gemeinde zu bezahlen, die sonst aus der allgemeinen Gemeindekasse – also via Steuern – bestritten würden, und andererseits um Aufwertungen des öffentlichen Raumes im Rahmen städtebaulicher Verträge zu erzielen. Entsprechend wurde zur BZO-Revision die Ja-Parole gefasst (bei 4 Nein-Stimmen).
Einzelinitiative "Preisgünstiger Wohnraum in Küsnacht"
Einstimmig abgelehnt wurde die von Gauthier Rüegg vorgestellte Einzelinitiative "Preisgünstiger Wohnraum in Küsnacht". Die Gemeinde Küsnacht setzt sich bereits stark für preisgünstigen Wohnraum ein. Sie verfolgt das Ziel, konstant 15% subventionierten Wohnraum zur Verfügung zu stellen – ein Ziel, welches aktuell mit 15.37% auch erreicht wird. Die FDP erachtet diesen Einsatz als ausreichend. Eine Erhöhung des Anteils preisgünstigen Wohnraums pro Amtsdauer um 0.5% – wie von der Initiative verlangt – lehnt die FDP aber klar als zu weitgehend ab. Zudem wäre dies ein logistischer Kraftakt, da bspw. bis zum Ende der Amtsdauer 2026-2030 Wohnraum für 213 zusätzliche Personen – was in etwa fünf Wohnhäusern entspricht – aus dem Boden gestampft werden müsste. Gauthier Rüegg wies auf ein weiteres nicht durchdachtes Element der Einzelinitiative hin: Durch die Pflicht, sich fortan nach den Vermietungsrichtlinien der kantonalen Wohnbauförderung zu richten, müsste Küsnacht dutzende Mieter subventionierter Wohnungen auf die Strasse stellen, da diese die vorgeschriebenen Einkommenslimiten überschreiten. Die anwesenden Mitglieder waren sich einig, dass dies ein Unsinn ist und sich Küsnacht wie bis anhin nach seinen eigenen, bewährten kommunalen Vermietungsrichtlinien orientieren soll, die auf die Einkommens- und Vermögensverhältnisse der Küsnachterinnen und Küsnachter abgestimmt sind. Entsprechend wurde einstimmig die NEIN-Parole gefasst.
Einzelinitiative "Neue Abstimmung über die Tobelbrücke"
Schliesslich beriet die Parteiversammlung über die Einzelinitiative "Neue Abstimmung über die Tobelbrücke". Die anwesenden Parteimitglieder fassten einstimmig die NEIN-Parole. Die Initiative dient einzig und allein dem Zweck, den Bau der Tobelbrücke, dem das Küsnachter Stimmvolk (und die FDP) bereits vor Jahren zugestimmt hat, zu verzögern. Die FDP spricht sich gegen eine solche Verhinderungstaktik à la Hardturm-Stadion aus und plädiert für den baldigen Baubeginn. Die Tobelbrücke ist ein sinnvolles Infrastrukturprojekt, um die Quartiere Allmend und Itschnach für Fussgänger zu verbinden.
Würdigung abtretender Behördenmitglieder
An der Parteiversammlung wurden die abtretenden Behördenmitglieder Klemens Empting (Schulpräsident), Isabelle Silverman-Bodmer, Marc Lindt (beide Bürgerrechtskommission) und Lorenz Bolliger (RPK; leider abwesend) gewürdigt. Die FDP dankt Ihnen von Herzen für Ihren Einsatz für unsere Gemeinde.
(Wieder-)Wahl Vorstand
Per Akklamation in den Vorstand wiedergewählt wurden Leo den Hartog (als Präsident), Ferran Romero (als Quästor), Claudia Bär und Reto Agosti. Vizepräsidentin Deborah Haymann wurde bereits letztes Jahr wiedergewählt. Neu in den Vorstand gewählt wurde – ebenfalls per Akklamation – Yorick Traunecker. Yorick Traunecker arbeitet bei Swiss Innovation Forces und ist seit mehreren Jahren Mitglied der FDP. Er bringt über 10 Jahre Vorstandserfahrung mit, zuletzt aus der FDP Zürich Kreis 2, seinem früheren Wohnort.
Verwaltungsbremse-Initiative
Als Gast durfte die FDP Küsnacht Roger Huber, Vizepräsident der Jungfreisinnigen Kanton Zürich, begrüssen. Roger Huber stellte die Verwaltungsbremse-Initiative der Jungfreisinnigen Schweiz vor. Mit dieser Initiative soll das Personalwachstum – und damit das Staatswachstum – auf Bundesebene eingedämmt werden.
Statutarische Geschäfte der Hauptversammlung
Die Jahresrechnung der Partei, der Revisionsbericht, das Budget für das Jahr 2026, sowie die Mitgliederbeiträge für das Jahr 2026 wurden angenommen. Der Vorstand wurde für das Jahr 2025 entlastet.
Einsatz für die Dreifachturnhalle im Heslibach
Parteipräsident Leo den Hartog wies zum Schluss auf die Wichtigkeit der Urnenabstimmung vom 14. Juni 2026 hin, bei der sich die FDP beim Bau einer neuen Dreifachturnhalle in Küsnacht für den Standort Heslibach stark macht. Die FDP hat hierzu einen Flyer kreiert, den sie in alle Küsnachter Haushalte verteilt hat.